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Aus dem Kochtopf in die Galerie: Die berührende Pasta-Kunst von Urs Bratschi
Urs Bratschi kam 1968 zur Welt und verbrachte seine Kindheit in einem ruhigen Vorort von Basel. Seine berufliche Reise begann ganz solide in der Welt der Banken, bevor es ihn in die IT-Branche zog. Bis heute arbeitet er als Software Engineer. Doch Seine wahre, brennende Leidenschaft gehört einer Kunstform, die die Menschen zum Staunen bringt, weil sie so unglaublich unerwartet ist: Urs verwandelt einfache Pasta in pure Kunst.
Es war vor rund 15 Jahren, als alles mit einem ganz einfachen, alltäglichen Wunsch begann. Urs kaufte sich eine Pastawalze, um seine Nudeln selbst zu machen. Doch dieses kleine kulinarische Experiment entfachte ein inneres Feuer. Im Lauf der Jahre wurde die Küche zu seinem ganz persönlichen, magischen Spielplatz. Inspiriert von der Welt der Farben, Muster und Formen begann er, mit dem Teig zu spielen, ihn zu färben und ihm eine Seele einzuhauchen.
Den entscheidenden Funken lieferte ein Arbeitskollege mit einem lockeren
Spruch: Er machte eine kleine Bemerkung und meinte, Urs solle doch mal Pasta in den Farben des Regenbogens kreieren – eigentlich nur, um ihn ein bisschen hochzunehme. Doch genau dieser Spruch traf einen Nerv und setzte eine kreative Lawine in Gang, die ihn nie wieder losliess.
Plötzlich ging es nicht mehr nur um das Essen oder den Geschmack. Es ging um reine Ästhetik, um tiefe Gefühle, Komposition und den ganz persönlichen Ausdruck. Doch die klassische Walztechnik sperrte seine Kreativität bald ein. Wer mehr will als nur einfache Streifen, muss die alten Pfade verlassen und etwas völlig Neues wagen.
Nach einer langen, oft intensiven Zeit voller Experimente fand Urs schliesslich seine ganz eigene, revolutionäre Methode. Er baut heute dreidimensionale Teigblöcke, in die er mit unendlicher Geduld komplexe Muster einarbeitet. Wenn er diese Blöcke dann in hauchdünne Scheiben schneidet, entstehen Bilder von überwältigender Schönheit. Diese Motive sind so filigran und voller Leben, dass man sie nicht essen, sondern in einer Galerie voller Ehrfurcht betrachten möchte.
Aus seinem Freundeskreis hört er immer wieder denselben Satz: „Das ist keine Pasta mehr, das ist Kunst.“ Und genau das fühlt Urs in jeder Faser seines Körpers. Er taucht immer tiefer in neue Techniken ein, verbindet mathematische Logik mit künstlerischer Intuition und sucht ununterbrochen nach Wegen, seine Träume in Teig zu formen. Für ihn existieren keine Grenzen. Je unmöglicher eine Idee scheint, desto leidenschaftlicher nimmt er die Herausforderung an.
Doch hinter all dieser Farbenpracht liegt eine zutiefst bewegende, persönliche Geschichte. Vor etwa zwölf Jahren veränderte sich die Welt von Urs mit einem Schlag: Er erhielt die Diagnose Parkinson. Diese Nachricht traf ihn mitten ins Herz und riss ihm den Boden unter den Füssen weg. Doch anstatt aufzugeben, blickte er der Krankheit mutig ins Gesicht. Er setzte sich intensiv mit ihr auseinander und reifte an dieser schweren Prüfung. Seine Pasta-Kunst wurde in dieser dunklen Zeit zu seinem rettenden Anker – zu einem lautstarken Beweis für seine innere Stärke und unbändige Lebensfreude. Heute weiss er, dass sein tiefes Bedürfnis, sich durch die Pasta kreativ auszudrücken, untrennbar mit seiner Krankheit verwoben ist.
Urs ist heute so viel mehr als nur ein Künstler; er ist ein Hoffnungsträger und Botschafter. Er möchte anderen Menschen, die ebenfalls mit einer chronischen Krankheit kämpfen, ganz viel Mut zusprechen. Er lebt jeden Tag vor, dass ein erfülltes, buntes und zutiefst kreatives Leben trotz einer schweren Diagnose möglich ist.
Seine präzisen, überraschenden Kunstwerke erzählen bewegende Geschichten von Verwandlung, ungebrochener Widerstandskraft und der Schönheit des Lebens. Für Urs ist diese Kunst der Weg, seinen grossen Traum zu leben und seinem Leben jeden Tag einen tiefen, wunderschönen Sinn zu geben.

