Gary Pico

Herzlich heißen wir Gary Pico in der Kunst-unter-Uns-Community willkommen!

Gary Pico

Gary Pico, geboren 1985, ist ein Künstler afro-karibischer Herkunft, der in der Schweiz lebt. Als Autodidakt entwickelt er sein künstlerisches Schaffen außerhalb akademischer Kreise, getragen von einer persönlichen Suche, in der das Material zur Verlängerung der Erinnerung wird. Sein künstlerischer Werdegang begann im Jahr 2020, ausgelöst durch einen Traum, den er als den Gründungsmoment seines Schaffens betrachtet.

Anhand von Malerei, Skulptur und Installation erforscht er die Verbindungen zwischen Erinnerung, Identität und Weitergabe. Seine Werke verbinden Recyclingpapier, Harz, Pigmente und Fundstücke zu Kompositionen, in denen das Material die Spuren der Zeit bewahrt. Texturen, Reliefs und Formen werden zu einer sinnlichen Sprache, die das Unsichtbare offenbart, das Erinnerungen, Emotionen und familiäres Erbe hinterlassen.

Seine Verwurzelung in der Schweiz und seine karibischen Wurzeln nähren eine Reflexion, in der Distanz keine Trennung mehr ist, sondern ein Raum der Kreativität. Die Farben, Materialien und Erinnerungen an seine Kindheit treten in einen Dialog mit seinen heutigen Erfahrungen und lassen ein zutiefst persönliches Universum entstehen.

Seine erste Kollektion, „Genesys“ (2023), bildet das Fundament dieser künstlerischen Auseinandersetzung. Seit 2025 entwickelt er „Living Memories“, eine sich ständig weiterentwickelnde Serie, die sich dem sensorischen Gedächtnis und dem familiären Erbe widmet. Jedes Werk versucht, Erinnerungsfragmente wieder zum Vorschein zu bringen und verwandelt das Material in eine lebendige Präsenz, in der Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen.

Im Jahr 2023 erhielt Gary Pico im Rahmen des Luxembourg Art Prize den Preis für künstlerische Verdienste. Seine Arbeiten wurden unter anderem auf der Luxembourg Art Fair (2025) sowie auf der Foire d’Art de Lausanne (2026) präsentiert.

Für Gary Pico ist Kunst ein Raum der Transformation, in dem individuelle Geschichten mit einem universelleren Gedächtnis verschmelzen. Seine Werke laden den Betrachter dazu ein, innezuhalten, zu fühlen und sich wieder mit dem zu verbinden, was in uns verbleibt, wenn Worte nicht mehr ausreichen.

„Kunst ist nicht die Festhaltung eines Augenblicks; sie ist ein langsamer Aufbau, ein Erwachen, eine Verwandlung. Ich gebe meinen Figuren eine Ewigkeit zum Atmen.“

Statement

Ich betrachte das Material als lebendiges Gedächtnis.

Jedes Blatt Papier, jedes Holzstück, jedes Pigment und jeder gefundene Gegenstand trägt bereits eine Geschichte in sich. Diese Materialien haben eine lange Reise durch die Zeit hinter sich, bevor sie in meinem Atelier ankamen. Meine Arbeit besteht nicht darin, ihre Spuren zu verwischen, sondern sie aufzunehmen, zu verwandeln und ihnen eine neue Präsenz zu verleihen.

Meine künstlerische Praxis bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Malerei, Skulptur und Assemblage. Ich baue meine Werke aus aufeinanderfolgenden Schichten aus Recyclingpapier, Harz, Pigmenten und Fundstücken auf. Nichts ist vollständig kontrolliert. Das Material leistet Widerstand, offenbart seine eigenen Zufälle und trägt ebenso zur Entstehung bei wie meine Handgriffe.

Mit afro-karibischen Wurzeln und in der Schweiz lebend, trage ich zwei Welten in mir, die meinen Blick auf natürliche Weise prägen. Meine Werke erzählen keine Erinnerungen im wörtlichen Sinne. Sie versuchen vielmehr, das zum Vorschein zu bringen, was die Erinnerung in uns hinterlässt: ein Gefühl, ein Licht, eine Textur oder eine Emotion, die sich mit Worten nicht immer ausreichend ausdrücken lässt.

Ich versuche nicht, eine Erzählung aufzuzwingen. Ich hoffe, einen Raum zu schaffen, in den jeder mit seiner eigenen Geschichte eintreten kann. Wenn meine Werke von Erinnerung sprechen, dann deshalb, weil ich glaube, dass sie niemals nur einer einzigen Person gehört. Sie zirkuliert, verwandelt sich und lebt weiter durch Materialien, Orte und Menschen.

Jedes Werk ist für mich die Begegnung zwischen einem Material, das bereits gelebt hat, und einer Erinnerung, die sich weiter schreibt.

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